Globalisierungstrends

Die Globalisierung ist gekennzeichnet durch Zunahme internationalen Handels und internationaler Arbeitsteilung sowie einer Erweiterung der Wirtschaftsräume mit der Folge steigender Güterverkehrsnachfrage (vgl. Aberle, 2000, S. 3). Tatsächlich hat in den vergangenen 55 Jahren der weltweite Güterhandel um etwa 6,3% pro Jahr zugenommen und überstieg damit das GDP mit seinen durchschnittlich ca. 3,8% deutlich (WTO, 2006, S. 27). Das überproportionale Wachstum des Welthandels induziert dabei eine Zunahme der grenzüberschreitenden Beförderungsleistungen (Blonk und Vanroye, 1999; S. 16), da Beschaffung, Produktion und Absatz auf einer weltweiten Basis erfolgen. Eine zunehmende Produktionsverlagerung von Teilen und vormontierten Komponenten in sog. Niedriglohnländer und die Zentralisierung der Auslieferungslager machen eine Überwindung großer Distanzen in kurzer Zeit notwendig. Veränderte Beschaffungs- und Produktionsstrukturen mit abnehmender Fertigungstiefe i. S. von Global Sourcing sowie Just-in-time-Fertigung führen zu geringeren Lagerbeständen und entsprechend kleineren Losgrößen, welches die Entwicklung völlig neuer Transport- und Logistikkonzepte erforderlich macht (vgl. Vahrenkamp, 2005, S. 278 f.; Stabenau, 1999). Als Folge ist zu beobachten, dass insbesondere der Logistikmarkt überproportional wächst, da aufgrund zunehmender Komplexität immer mehr Unternehmen ihre logistische Dienstleistungen an Experten auslagern (Stabenau, 1999, S. 92).

 

Zudem ist die Globalisierung, durch ein verändertes Verbraucherverhalten gekennzeichnet, welches sich in verkürzten Produktlebenszyklen widerspiegelt. Zeit wird zum strategischen Erfolgsfaktor, der kurze Reaktionszeiten auf die Nachfrage unerlässlich werden lässt (Bachmeier, 1999, S. 34). Eine mangelnde Verfügbarkeit der Produkte am Nachfrageort wird heutzutage mit dem Entzug der Nachfrage bestraft (Ihde, 1991, S. 78).

 

Die aufgeführten quantitativen Strukturmerkmale wirken primär auf das Volumen der internationalen Warenströme (Gütermengeneffekt). In den vergangenen Jahrzehnten haben sich vor allem aber auch die qualitativen Merkmale verändert (Güterstruktureffekt).