Die Prozesskostenrechnung wird seit einigen Jahren verstärkt zur Kosten-rechnung verwendet. Gründe für ihre Entwicklung sind die veränderte Wertschöpfungs- und Kostenstruktur, die sich beispielsweise durch die rasante Entwicklung der Computertechnologie ergibt. Eine weitere Ursache ist der gestiegene Planungs- und Koordinationsaufwand durch die fortschreitende Globalisierung und den mit ihr verbundenen entwickelten System von Just in Time und Just in Sequenz. Die folgende Grafik zeigt wie unterschiedlich der Schwerpunkt der tatsächlich angefallenen Kosten und der der traditionellen Kostenrechnungssysteme liegt.
Die Besonderheit der Prozesskostenrechnung ist, dass sie, im Gegensatz zur klassischen Kostenleistungsrechnung, die einzelnen Prozesse eines Unternehmens in den Mittelpunkt der Betrachtung setzt und somit die Ge-meinkosten besser verrechnet werden können. Dies führt dazu, dass die, auf den Kosten basierenden, Preise besser kalkuliert werden können und wichtige Entscheidungen, wie Make- or Buy- Entscheidungen und Sorti-mentsgestaltungsentscheidungen, auf verursachungsgerechteren Informa-tionen basierend getroffen werden können. Zu dem ist sie eine Vollkostenrechnung, sie kennt also keine Trennung in fixe und variable Kosten. Weiterhin nutzt sie die traditionelle Kostenarten- und Kostenstellenrechnung.
Den Nutzen einer Prozesskostenrechnung kann man an dem folgenden Ausschnitt aus der Kalkulation einer Waschmaschine und einer Kamera leicht entnehmen:
Klassische Zuschlagskalkulation:
Waschmaschine
Kamera
Einkaufspreis ( Warenwert) pro Stück
500 DM
500 DM
Lager-Gemeinkosten je Stück (10% vom Warenwert)
50 DM
50 DM
Gesamtkosten je Stück
550 DM
550 DM
Kalkulation mit Hilfe der Prozesskostenrechnung
Waschmaschine
Kamera
Einkaufspreis
500 DM
500 DM
Kosten der Inanspruchnahme unterschiedlicher Prozesse:
Wareneingangsbearbeitung
5 DM
4 DM
Einlagern
20 DM
2 DM
Lager
13 DM
1 DM
Auslagern
20 DM
2 DM
Kommissionieren
25 DM
4 DM
Lagerverwaltung
2 DM
2 DM
Gesamtkosten je Stück
585 DM
515 DM
Vergleich der Zuschlagskalkulation mit einer prozeßorientierten Kalkulation
Man erkennt deutlich, dass die Prozesskostenrechnung zu einem gänzlich anderen Ergebnis kommt, als die klassische Zuschlagskalkulation. Diese Differenzen sind am Markt durchaus Spiel entscheidend.
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